09.03.2018

Azubi bei Barthelmess

Ein Portrait von Anna Fladerer (Auszubildende im Beruf "Gestalterin für visuelles Marketing")

Welche Aufgaben übernimmst du hauptsächlich?

 

Anna Fladerer: Überwiegend unterstütze ich das Designteam. Dort übernehme ich Aufgaben, die entweder unseren Showroom oder Kundenaufträge betreffen. In unserem Showroom stellen wir eigene Designs zur Inspiration aus, diese werden regelmäßig aktualisiert. Hierzu recherchiere ich neue Trends, überlege mir neue Designs und arbeite diese dann mit dem Musterbau aus, um sie auszustellen. Kundenaufträge, die ich übertragen bekomme, bestehen meist aus der Visualisierung und Entwicklung neuer Designs und Ideen. Hierbei ist meiner Kreativität entweder keine Grenze gesetzt oder aber ich setzte die Vorgaben des Kunden visuell um. Die Idee setze ich dann digital mithilfe von Photoshop und Illustrator um, um ihnen ein realistisches Bild zu geben.

 

Was ist das Besondere an deinem Betrieb?

 

Anna Fladerer: Das Besondere, vor allem für mich als Azubi, ist, dass der Betrieb alles zum Lernen bietet, was man sich wünschen kann. Ich kann alle Bereiche, vom Auftragseingang bis hin zum fertigen Produkt, durchlaufen. Ich bekomme dadurch Eindrücke entlang der gesamten Produktionspalette und noch Vieles mehr- vom Handwerk bis hin zum Management und Design.

 

Welche Aufgaben gefallen dir besonders?

 

Anna Fladerer: Mir gefallen vor allem Kundenaufträge, bei welchen ich eine neue Schaufensteridee entwickeln kann, da man sich dabei mit einem neuen Produkt beschäftigt und versucht sich in den Kunden hineinzuversetzen. Ziel ist es aus vielen verschiedenen Quellen so viele Informationen zu sammeln, damit zum Schluss die perfekte Idee entsteht. Darin besteht eine tolle und interessante Herausforderung, mit mal mehr oder weniger Vorgaben den Geschmack des Kunden zu treffen. Des Weiteren gefallen mir Aufbauanleitungen, bei denen ich das Layout selbst gestaltenkann. Dabei verbessere ich auch meine Englischkenntnisse, da die Anleitungen oft mit englischen Übersetzungen gewünscht werden.

 

Wie lange dauert deine Ausbildung und unter welchen Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich?

 

Anna Fladerer: Die Ausbildung dauert regulär 3 Jahre, kann aber nach Absprache mit der Berufsschule und dem Betrieb verkürzt werden. Hierzu ist eine besonders gute Leistung, sowohl im praktischen, als auch im schulischen Bereich von Nöten. Es existiert keine konkrete Vorgabe ab welchem Schnitt man qualifiziert genug ist, Lehrer und Ausbilder entscheiden individuell ob man das bereits nötige Können besitzt und die restliche Erfahrung in der verbleibenden Zeit selbst erarbeiten kann.

 

Welche Schulischen und Persönlichen Voraussetzungen sollten für den Beruf vorhanden sein?

 

Anna Fladerer: Als Voraussetzung würde ich, aufgrund meiner persönlichen Eindrücke sagen, dass die Mittlere Reife einen stabilen Einstieg gewährleistet, um und auch mit den schulischen Anforderungen (vor allem im Bereich Marketing) mithalten zu können. Kreativität ist gefragt! Zwar lernt man in der Schule Kreativitätsmethoden kennen, dennoch ist ein bereits vorhandenes Talent und Interesse sehr hilfreich. Zeichnerisches Können und Farbgefühl sind unverzichtbar, da man viele Ideen braucht und Entwürfe ausarbeitet. Keine Scheu vor Handarbeit! Man muss sich im Klaren sein, dass man in diesem Beruf mit diversen Materialen und Werkzeugen arbeitet und es auch anstrengend – aber dadurch auch abwechslungsreich - werden kann.  Räumliches Vorstellungsvermögen sollte man auch besitzen, da wir 3 Dimensional gestalten und agieren. , Ein gutes Gespür dafür, wie man Dinge platzieren und planen muss, wie der Aufbau aus verschiedenen Perspektiven aussieht und wie man mit technischen Zeichnungen umzugehen und diese zu erstellen hat, sollte vorhanden sein.

 

Wie ist der Unterricht an der Berufsschule organisiert und welche Fächer sind besonders wichtig?

 

Anna Fladerer: Der Unterricht ist sehr gut organisiert. Je nach Schule bekommt man Lehrbücher oder ausschließlich Arbeitsblätter. Ich gehe auf die Berufsschule 6 in Nürnberg, die Lehrer verzichten hier auf Bücher und bereiten den Stoff selbst in Form von Arbeitsblättern vor. Das ist auch sehr wichtig, da der Beruf und die Themen sehr schnelllebig sind und Fachliteratur relativ schnell veraltet ist.

Der Unterricht findet in Theorie, - und Praxisräumen statt.  Im Praxisraum wird gezeichnet und umgesetzt, meist Modelle von Schaufenstern und Einrichtungen. Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Werkzeugen (unteranderem Stichsäge, Styroporschneider und Akkuschrauber).  Die wichtigsten Fächer sind: Objektgestaltung, Raumgestaltung, Marketing und Technisches Zeichnen, da diese das räumliche Sehen und die Kreativität steigern und verbessern.

 

Welche Perspektiven hast du nach deiner Ausbildung?

 

Anna Fladerer: Nach der Ausbildung hat man die Möglichkeit Berufserfahrung zu sammeln (nach 2 Jahren und vorhandener Hochschulreife wäre man qualifiziert Berufsschullehrer zu werden). Für Weiterbildungsmaßnahmen bietet sich die Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart an, an welcher man sich qualifiziert in der Messe- und Webbranche tätig zu werden. Man kann zudem auch den Werbefachwirt machen, vorausgesetzt man hat ein Jahr Berufserfahrung gesammelt oder man fängt ein Studium in Richtung Design- Innenarchitektur oder Kommunikation an. Hierfür ist auch die Hochschulreife kein Muss, mit einer abgeschlossenen Ausbildung und der nötigen Berufserfahrung kann man sich auch für ein Studium bewerben.  Des Weiteren kann man in 2 Jahren seinen Techniker in der Fachrichtung Gestaltung machen.

 

Wie hast du dich persönlich entwickelt?

 

Anna Fladerer: Die Ausbildung hat mich auf vielen Ebenen weiter gebracht, persönlich wie auch praktisch/beruflich. Ich bin selbstbewusster und sicherer im Umgang mit Menschen geworden und traue mir sehr viel mehr zu. Ich bin mir über mein dazugewonnenes Wissen und Können bewusst geworden. Selbstständiges Arbeiten lässt die Persönlichkeit wachsen und reifen. Man lernt eigenes Geld zu verdienen und mit diesem umzugehen. Es fühlt sich gut an einen kleinen Teil zur Gesellschaft beizutragen.

 

War die Wahl dieser Ausbildung die Richtige?

 

Anna Fladerer: Da ich mich schon immer für Ästhetik, Kreativität und Handwerk interessiert habe, war dies auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Technische Zeichnungen und Objekte gestalte ich in dieser Ausbildung auch und darf mich mit Materialien und Werkzeugen austoben und ausprobieren. Raumgestaltung wird ausgeübt und meiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch die Mitarbeiter sind alle höflich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Mehr kann man sich für seine Azubizeit nicht wünschen…

Quelle: VM MAG Ausgabe 7/2018


Ein Artikel von

Chantal Weber


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