20.09.2017

Der musterbau

Hinter fast jedem Auftrag stehen schwerwiegende und essentielle Herausforderungen, was 1. Anforderungen an das verwendete Material, 2. die Stimmigkeit in der Konstruktion und 3. die Möglichkeit zur Umsetzung in der Serie, angeht. Und das Ganze soll natürlich in einem finanziellen Rahmen stattfinden, der für alle beteiligten Parteien tragbar ist. Damit alles gut, preiswert und schnell über die Bühne geht, steht unsere Musterbauabteilung zur Verfügung. In Abhängigkeit von Stückzahl und Anforderung kommen für die Musterfertigung unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.

 

In kurzen Worten: Es muss ganz einfach eine Lösung für das Problem:

„Wie machen wir das jetzt eigentlich?“ gefunden werden. Kundenwünsche zu erfüllen und jede auch noch so abstruse Kundenidee was Farbe, Form und Funktion angeht muss bedient werden. Oberste Priorität.

Tüfteln, Basteln, Ausprobieren ist gefragt. Ein Interview mit dem Head of Prototyping bei Barthelmess, Thomas Fratscher:

Herr Fratscher, ein paar kurze Sätze zu Ihrem Hintergrund. Wo kommen Sie her? Welche Ausbildung haben Sie genossen? Wie ist seitdem Ihr Werdegang? Seit wann sind Sie bei Barthelmess?

 

Thomas Fratscher: Ursprünglich komme ich aus Thüringen, genauer aus Jena, und bin 1988 nach Westdeutschland übergesiedelt. Gelernt habe ich den Beruf des Raumausstatters. Außer dieser Tätigkeit habe ich auch eine Zeitlang als Kunststoffverarbeiter gearbeitet und viele Jahre lang für ein anderes Fürther Unternehmen die gesamten Messeauftritte (europaweit) organisiert und ausgeführt.

Mein Eintritt in die Firma Barthelmess war am 03.04.1996. Das bedeutet, dass ich seit nunmehr 21 Jahren dabei bin!

 

Mit welchem Projekt haben Sie bei Barthelmess angefangen?Können Sie sich erinnern?

 

Thomas Fratscher: Da ich alle Unterlagen archiviert habe, weiß ich sehr genau, welches „Projekt“ das erste war. Und zwar war dies ein maritimes Thema: Badsteg aus Holz, weiß lackiert mit einem Schiffstau aus Hanfseil und tiefgezogenem Rettungsring.

 

Wie war die Entwicklung in der Firma über die Jahre? Zum einen projekttechnisch, zum anderen persönlich?

 

Thomas Fratscher: In den zwei Dekaden hat sich natürlich vieles (z.T. gravierend) verändert. Die Projekte (welche früher schlicht Aufträge genannt wurden) haben sich, was Anspruch, Ausführung und Aufwand betrifft, gewaltig weiterentwickelt. Alles läuft – wie in der heutigen Zeit allgemein – wesentlich beschleunigter, was sicherlich auch den digitalen Möglichkeiten in Bezug auf Kommunikation und Maschineneinsatz geschuldet ist. Der große Vorteil hierbei ist, dass komplexe Produkte schnell und präzise hergestellt werden können. Dazu gehört aber auch, dass der Zeitdruck, der dadurch entsteht, erheblicher wird. Persönlich hat man selbstverständlich auch viele Veränderungen erlebt. Positiv hierbei ist, dass man sich fachlich (gilt bis heute und sicherlich auch in Zukunft) permanent weiterentwickeln konnte/musste und man eine große Anzahl an interessanten und kompetenten Mitarbeitern kennenlernen durfte, mit denen wir unzählige Erfolge feiern konnten. Die größte Veränderung war für mich ganz klar der Wechsel vom „einfachen“ Mustermacher zum Leiter des Musterbaus im Jahre 2011 mit der damit deutlich erweiterten Verantwortung.

 

Was war das schönste, was das komplizierteste Projekt, an dem Sie gearbeitet haben und warum?

 

Thomas Fratscher: Nach ca. 3.000 ausgeführten Projekten mit knapp 10.000 Produkten ist es sehr schwierig, ein einzelnes Projekt bzw. Produkt herauszustellen. Markante Projekte, wie die für Marks & Spencer (Weihnachtskampagnen) und die ersten aufwändigen Aktionen für C&A, könnte man als die schönsten und kompliziertesten betrachten.

 

Was sind die besonderen Herausforderungen in Ihrem Job in eigenen Worten?

 

Thomas Fratscher: Eine der größten Herausforderungen ist meiner Ansicht nach den stetig steigenden Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Das kann laut eigener Einschätzung nur gelingen, wenn man die vorhandenen, umfangreichen Erfahrungen aller Mitarbeiter nutzt und wir uns so permanent weiterentwickeln. Eine zeitgemäße Struktur sowie eine geeignete nachhaltige Strategie sollte dabei die Grundlage darstellen.

 

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen? Was würde Ihnen das Leben erleichtern?

 

Thomas Fratscher: In Bezug auf Barthelmess: Wenn vereinbarte Regeln und Absprachen hinsichtlich Arbeitsablauf von allen Beteiligten zuverlässig eingehalten werden! In Bezug auf mich: Viele interessante und anspruchsvolle Projekte, die nach der Umsetzung begeisterte Kunden hinterlassen.

 

ALLE SAGTEN: DAS GEHT NICHT! DANN KAM EINER, DER DAS NICHT WUSSTE UND HAT’S EINFACH GEMACHT.

Quelle: VM MAG Ausgabe 6/2017


Ein Artikel von

Chantal Weber


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